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Nie wieder Sex wegen Herpes?

Begleitet wird die Menschheit vom Bläschenleiden freilich schon seit Jahrtausenden. Damals wie heute nämlich zeigen sich die Herpes-Bläschen vor allem im Gesicht, zumeist an den Schleimhäuten der Lippen. Bei ihrem ersten Erscheinen tun sie am meisten weh. Ein pelziges Gefühl macht den Patienten auf einen linsengroßen, leicht erhabenen Hautherd aufmerksam. Er ist gerötet, derb und schmerzhaft.


Was ist Herpes eigentlich?

Herpes ist eine Viruserkrankung. Am bekanntesten ist der Lippenherpes, bei dem man an Lippe oder Nase kleine Bläschen bekommt. Das kennt wahrscheinlich jeder. Hierbei handelt es sich um den Herpes-Typ 1. Nicht so bekannt ist vermutlich der Typus 2, auch Herpes genitalis genannt. Meist wird dieser Virentyp durch Sex übertragen. Auch der Lippenherpes kann z. B. bei Oralverkehr zu Herpes genitalis führen. Egal mit welchem Virentyp man sich infiziert hat: Das Virus bleibt ein Leben lang im Körper und kann immer wieder zu Ausbrüchen führen.

Ungefähr 75% aller Deutschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit Herpes an.

Wie stelle ich fest, ob ich Herpes habe?

Als Allererstes ist es wichtig, die Beschwerden zu diagnostizieren.

Dazu sollte ein Arzt aufgesucht und die entsprechenden Tests durchgeführt werden. Wenn es der Arzt ablehnt, solche Tests durchzuführen, weil sie von der Kasse nicht bezahlt werden, dann können Sie in meinem Buch nachlesen welche auf alle Fälle bezahlt werden. Oft sind die Ärzte nur unwissend und es gibt schon diverse Möglichkeiten.

Welche Symptome kann es geben?

Bei der Erstinfektion entstehen schmerzhafte offene Stellen und Blasen im Genitalbereich, verbunden mit Juckreiz, Ausfluss und Schmerzen beim Urinieren.

Bei der Frau bilden sich Gruppierungen von Bläschen und entzündete Stellen im Bereich der Schamlippen, möglicherweise auch in der Vagina und am Gebärmuttermund.

Beim Mann zeigen sich diese Symptome auf der Eichel und dem Penis oder auch innerhalb der Harnröhre, ebenfalls verbunden mit Schmerzen.

Durch oralen oder analen Sex werden diese Viren übertragen und können so auch den Enddarm oder den Mundraum und den Rachen betreffen.

Die allgemeinen Anzeichen für einen Herpesausbruch sind Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit und Ausfluss. Außerdem kommt es zu Schmerzen beim Wasserlassen und natürlich auch beim Geschlechtsverkehr. Die Lymphknoten schwellen an und die Haut an Armen, Oberschenkeln und Rücken reagiert empfindlich auf Berührung und tut weh.

Solch ein Ausbruch kann 2 bis 3 Wochen lang dauern.

Wie gefährlich ist Herpes?

Herpes ist keine tödliche Krankheit, aber eine sehr unangenehme und vor allem eine bleibende. Es kann zu Bläschenausschlag und Entzündungen sowie zu Schmerzen kommen und im Extremfall auch zu bösartigen Tumoren an den Genitalien führen.

Wie und wo steckt man sich an?

Das größte Risiko für eine Ansteckung gibt es bei Sexkontakten mit Partnern, die an Genitalherpes leiden. Hier werden die Viren direkt übertragen. Die Infektionsgefahr besteht natürlich nicht nur bei normalem Geschlechtsverkehr, sondern bei allen intimen Aktivitäten, wo enger Körperkontakt besteht.

So birgt auch Oralverkehr die Gefahr, dass man sich infiziert - nämlich dann, wenn die Viren vom Lippenherpes auf die Genitalien oder den Analbereich übertragen werden.

Etwa 70% aller Menschen stecken sich bei jemandem an, ohne dass dieser etwas davon weiß. Es gibt nämlich viele Fälle, in denen die Symptome so schwach sind und fast unbemerkt ablaufen, dass die angesteckte Person überhaupt nichts davon mitbekommt. Trotzdem sind die Viren da und die Gefahr, jemanden zu infizieren ist genauso hoch.

Ich beschäftige mich seit langer Zeit mit Herpes Genitalis und habe ein Wissen, das für Betroffene hilfreich ist, da es weit über die medizinischen Fragen hinaus geht. Gerade die psychosoziale Relevanz im Umgang mit der chronischen Infektion umfasst einen wichtigen Teil der Beratung, sowie sexuelle Prävention einen grossen Raum einnimmt, hinsichtlich Infektionsrisiko bei Sexualkontakt und die Vorbereitung auf eine Schwangerschaft.

 

 

Ich leiste Beratung für Betroffenen und gebe Hilfestellung zu folgenden Schwerpunkten:

- Intensive Betreuung nach der Eröffnung der Diagnose

- Hilfestellung bei der Information des Partners, der Familie

- Beratung zur Lebensführung (Stress, Rezidiv, Schmerz)

- Berücksichtigung der emotionalen Aspekte in der Behandlung

- Verbesserung der Lebensqualität durch frühzeitige Information/Medikation

Häufig ist die Erstdiagnose ein Schock für die Betroffenen und sie suchen verzweifelt nach Antworten wie diese:“

„Hilfe, mit wem kann ich darüber sprechen“, „Ich schäme mich so“, „Ausgerechnet mir passiert das“, „Ich bin so verzweifelt, an wen soll ich mich wenden“, „Ich habe so eine Wut auf den, der/die mich angesteckt hat“

Mein Appell lautet: „Versteckt Euch nicht, sondern wendet Euch an einen Arzt Eures Vertrauens oder an mich:

  • Information über Wesen und Verlauf der Erkrankung,

  • Was muss beachtet werden,

  • Wie häufig sind die Ausbrüche,

  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es,

  • Welche Tests bezahlt die Kasse (Ein wichtiges Thema , damit die richtige Behandlung angesetzt werden kann.)

sind wichtige Bestandteile der Beratung und entscheiden letztendlich darüber, ob der Betroffene mit der emotionalen Belastung eines Ausbruches klarkommen kann, sodass eine Beziehung nicht darunter leiden muss.

Vieles liegt an einem selbst, wie umsichtig jemand mit der Krankheit umgeht. Ich gebe Tipps und Lebenshilfe und bei einigen stand zuletzt die Erkenntnis, dass Herpes ein Signal für eine falsche Lebensführung war.

Lesen Sie in meinem Buch, dass übrigens ab März in den Buchhandlungen verfügbar ist, was Sie tun können, damit Sie sich trotz Herpes weiterhin rundum wohl fühlen können.